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André Hille |
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Ohne besondere Vorkommnisse
Hein hat sich viel Mühe beim Imaginieren der Details gegeben, doch trotz allem bleibt die Hauptfigur seltsam stumpf und blass. Es ist ein Leben wie es hätte sein können. Na und? Ein Leben ohne besondere Vorkommnisse. Bis auf den Selbstmord, der sich nicht notwendig aus der Biografie der Paula Trousseau erschließt. Und dass Hein diesen dem Roman voranstellt, nimmt ihm zusätzlich die Spannung. Das alles ist völlig ohne Akzente erzählt bis auf einige arg verklärte Glanzpunkte lesbischer Liebe – die einzige Liebe, die im Leben der Paula Trousseau zu funktionieren scheint. Doch auch hier ist sie nur Begehrte, nie Begehrende – zwischen Lieblosigkeit und Kitsch scheint es in Heins Welt nichts zu geben. Als vollends überflüssig erweist sich der Einstieg in den Roman (ihr Sohn findet nach ihrem Tod das Manuskript ihres Lebens) der „Frau Paula Trousseau“ zu einer jener grassierenden und überflüssigen Roman-im-Roman-Konstruktionen macht. Heins psychologischer Realismus hat durchaus seine Schrecken, gerade zu Beginn liest man mit Grausen von der Familienhölle, der Paula entstammt, doch er schleift sich ab in der Wiederholung der psychologischen Muster. Hein hat noch immer viel zu erzählen, keine Frage, doch im Fall von „Frau Paula Trousseau“ leider nicht genug.
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| © André Hille 2008 |