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André Hille |
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18.12.2006
»In Deutschland ist der Winter in der Sprache.«
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09.12.2006
Alle Achtung ...
... "Erzähl mir vom Land der Birken" landete zwischenzeitlich bei amazon.de auf Verkaufsrang 13.046. Ich weiß zwar nicht genau, was das heißt, aber es hört sich gut an. |
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06.12.2006
Ein Silberstreif am Verlagshorizont
Einige Verlage verlassen Leipzig mit einem Paukenschlag, andere kommen auf leisen Sohlen. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich der Neue Europa Verlag mit vier Mitarbeitern in der Leipziger Nikolaistraße niedergelassen und produziert mittlerweile zehn bis zwölf Titel pro Halbjahr. mehr... |
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01.12.2006 Jenseits der Liebe Ein Blick auf das neue Belletristikprogramm des Mitteldeutschen Verlages. mehr... |
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24.11.2006
»Nachdenken über Leipzig« in der LVZ
Sommer zweitausendirgendwas: Ich schlendere durch einen weitläufigen Park, die Sonne gibt dem Gras einen seidigen Glanz, überall liegen junge, coole Menschen auf der Wiese, ein dunkelhäutiger DJ steht hinter einem Mischpult und produziert äußerst lässige Beats, und das Ganze vor einem Ensemble aus englischem Garten mit Teich und Brücke, einem Hochhaus mit einseitig spitzem Hut und einem seltsamen Turm, den ich architekturhistorisch nicht einordnen kann. Wow, denke ich, was ist das denn! Das ist ja wie Berlin, nur besser. Drei, vier Jahre später, Winter zweitausendfünf. Ich stehe im Aldi in Lindenau an der Kasse, unten, ganz unten im Keller, das Neonlicht sticht mir in die Augen, vor mir ein Bärtiger mit einer Flasche Korn in der Hand, hinter mir auch einer. Als ich aus dem tiefen Bauch des Betonbunkers die Rolltreppe wieder hinauffahre, weht mir ein schneidiger Wind entgegen. Ich kämpfe mich, mit vollem Rucksack, gegen den harten Ostwind nach Hause. An der Ampel rußen mir die Dieselautos ins Gesicht. Als ich mein Fahrrad im Hinterhof abschließe, pinkeln drei Männer in die Einfahrt. Eine junge Frau kommt vorbei. "Geht’s noch?" ruft sie. „Ey“, grölen die drei zurück, „männliches Bedürfnis.“ mehr... |
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26.10.2006
So geht es auch!
Mein Freund Ulf in Siena über seine Methoden, die Reiseerzählung "Erzähl mir vom Land der Birken" an den Mann/die Frau zu bringen:
"Lieber André,
habe über den italienischen Buchhandel gleich 14 Exemplare bestellt, die ich unter Bekannten und Verwandten verteilen werde. Wie von dir erbeten habe ich den Buchhändler total zusammengestaucht, weil er Deinen Band nicht in der Auslage hatte. Er beteuerte immer wieder, dass er es nicht böse gemeint hat und dass man hier nur sehr selten deutschsprachige Publikationen anbieten würde. Erst nachdem er den dritten Schneidezahn aufgeben musste, erklärte er sich bereit, deine Erzählung mit ins Weihnachtsgeschäft zu nehmen und entschuldigte sich für sein arrogantes und völlig unverständliches Verhalten – na also, geht doch!
Viele Grüße aus Siena"
Marketing war schon immer nur eine Frage des Einsatzes ... |
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24.10.2006
Es gibt Dinge,
die tut man nicht gern. Zeuge sein bei der Polizei zum Beispiel. Draußen im Leutzscher Revier, am Waldrand. Eine halbe Stunde Gegenwind auf dem Fahrrad. Eine Gegend, in der man nie vorher war und die man nach dem Termin vermutlich nie wieder betreten wird. Die Schranke wird für mich hochgeklappt, nachdem die Ordnungsgemäßheit der Einladung festgestellt wurde. Die Treppen in dem zweigeschossigen Bau glänzen. Ich betrete den Raum 103. Ein älterer Herr bittet mich Platz zu nehmen. Der Raum: sechs Quadratmeter, solide geleimte Holztische, gepolsterte Stühle, ein Fenster zum Garten. Ziehende Oktoberwolken. "So, dann schildern sie doch mal den Tathergang." Ich schildere. Er stützt sein Kinn auf seine Hände und hört zu. Irgendwann beginnt er zu tippen. Langsam, die Brille auf der Nasenspitze, liest der Polizist mir den Text vor, während er die Buchstaben auf der Tastatur sucht. Findet er den richtigen, stürzt sein Zeigefinger wie ein Adler auf die Beute hinab. Hack-hack. Typische Tathergangsprosa. "Der Zeuge befand sich am Unfalltage auf der Karl-Liebknechtstraße stadtauswärts. Plötzlich hörte er einen lauten Knall. Er begab sich sofort zur Unfallstelle, um erste Hilfe zu leisten" usw. usf. "Und was machen Sie sonst so?" fragt er mich zwischendrin. "Äh ... ich bin Journalist." Ich vereinfache in dieser Sache gern. "Der KRAD-Fahrer lag circa zehn Meter vom PKW entfernt auf der rechten Fahrbahn." Hack-hack. "Kann man davon leben?" "Mehr schlecht als recht." In dem 6-Quadratmeter-Zimmer herrscht eine ruhige Atmosphäre. Abendrot über dem Wald. Es ist 18 Uhr. Spätschicht. Ich erzähle dem Polizisten alles, was ich gesehen habe. Er haut mit zwei Fingern in die Tasten. Immer, wenn er eine Pause macht, entsteht eine angenehme Stille, die uns einspinnt in eine Art familiäres Gefühl. "Ist das Ihr Traumberuf?" Er stützt wieder sein Doppelkinn auf die Hände und schaut mich an. "Äh...", ich bin überrascht von einer solchen Frage an einem solchen Ort. "Das Schreiben, ja, das ist mein Traumberuf." Er nickt gedankenverloren, tippt weiter. "Na dann, wünsche ich Ihnen auf Ihrem Weg alles Gute." |
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10.10.2006
Aktuelle Lesungen:
19. Okt. 19.00 Uhr - TU Dresden, Festsaal Rektoratsvilla, Mommsenstr. 11 09. Nov. 19.00 Uhr - Café Puschkin, Karl-Liebknecht-Str. 74, Leipzig 16. Nov. 20.00 Uhr - nt-Café Halle (Neues Theater) |
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29.08.2006
Gerhart Hauptmann - Der vergessene Nobelpreisträger?
War er Genie oder Scharlatan, einer der wichtigsten Dramatiker der Moderne oder ein überschätzter Schreiberling, der sich als guter Marketingstratege zum Volksdichter und zweiten Goethe zu stilisieren wusste? Ein kritischer Geist, jener „Schnapsbudenrhapsode“ und „Rinnsteinpoet“, dessen Drama "Die Weber" den Kaiser zur Kündigung seiner Loge im Deutschen Theater veranlassten, oder einfach ein Opportunist, der sein Fähnlein in den Wind hängte und nur zu gern mit den Nazis paktiert hätte, wäre er ihnen nicht allzu suspekt gewesen? mehr... |
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22.08.2006
Vorankündigung
Lesung & Diskussion "Deutsch-polnisches literarisches Blind-Date"
am
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18.07.2006
Neu: ich und der
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02.07.2006
Dribbling hart am Wort
Trotz eines Autounfalls des Kollegen Thomas Podhostnik: ein voller Reisebus aus Leipzig, Jörg Jacob (frisch zurück aus der Villa Decius in Krakau) und ich pfeifen das "Auswärtsspiel" an diesem Sonntag mit einer Jazz-Matinee ab. Zwei Monate Dribbling hart am Wort, lange Pässe ins Schlesische Land und "Flanky Banana" vor dem polnischen Fernseher finden ihren Abschluss mit Wandern, Lagerfeuer und einer intellektuellen Verlängerung am Sonntag. Herzlichen Dank an alle!
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25.06.2006
Apropos Ästhetik
Es gibt in Polen - warum ist mir das nicht viel früher aufgefallen? - diese russische Ästhetik, wie sie auch nach Ostdeutschland herübergeschwappt ist, damals, die Frauen mit Pelzmützen und breiten Krägen, das Billige, das Als-ob, das nie hielt was es versprach. Überhaupt: die Ästhetik. In Polen, sagen wir, ein schwieriges Thema. Zum Beispiel der Papst (der alte, nicht WIR), der hier zum Kitschobjekt verkommt, für jedes Schaufenster, jedes Lesezeichen, jeden Kugelschreiber sein Konterfei hergeben muss. Oder, siehe unten, Kinder mit Bernhardinern an Wasserfällen, (an denen das Wasser übrigens wieder hochgepumpt wird, damit es fließt - das Wasser und das Geld der Touristen), Männer hinter Gittern bei der Post oder kleine Schweine in leeren Schaufenstern. Hoffentlich löst das keine neue Revolution aus!
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07.06.2006
»Na wyjezdzie« - Lesung in Breslau
Jetzt mache ich es mir mal leicht und zitiere den Kollegen Thomas Pletzinger: "am 7. juni 2006 um 19:00 uhr in der sehr schönen bar mleczarnia. es gibt polnisches bier und polnische übersetzungen der texte. irre! es gibt bruck und vielleicht gedichte, sogar ein neues." Und ergänze: Es gibt Reiseberichte aus Krakau, Gerald Stern und große Gläser Zywiec und am nächsten Morgen mit einem kleinen Kater für jeden drei Rühreier mit Toast. Echt irre!
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14.05.2006
»Auswärtsspiele« in Krakau, Löwenberg, Breslau
Bei einem Produktivspaziergang, wie der Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann seine Wanderungen trefflich nannte, lässt sich gut sinnieren. Gelegenheiten dazu gibt es im Haus Wiesenstein, das sich Hauptmann 1901 als "Trutzburg" an den Rand des Riesengebirges setzte, genügend. In einem Dachzimmer mit Blick auf den prächtigen Garten des Hauses, arbeite ich derzeit an diversen Texten, einem Reisessay über Schlesien, Lyrik sowie an Kurzprosa. Der literarische Austausch zu anderen Stipendiaten in Breslau und Krakau ist rege.
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13.05.2006
Aktuelle Lesungen
◦ Europäische Tage der Literatur in Lwokek Slaski (Löwenberg) am Samstag, 20. Mai 2006 zusammen mit polnischen, tschechischen und ukrainischen Autoren. Veranstaltet wird das ganze von der Dresdner Literaturzeitschrift Ostragehege (www.ostra-gehege.de). ◦ Lesung mit Thomas Pletzinger (MDR-Literaturpreisträger 2006) im Edith-Stein-Haus in Breslau am 7. Juni 2006. (http://www.bogusmag.de/) ◦ Stipendien-Abschlussmatinee im Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf am Sonntag den 2. Juli mit André Hille und den beiden Stipendiaten Jörg Jacob und Thomas Podhostnik (beide Villa Decius Krakau). Von Leipzig aus fährt am Freitagabend ein Shuttle-Bus über Dresden und Görlitz nach Agnetendorf. Sonntagnachmittag geht es zurück. Günstige Unterkünfte sind im Ort vorhanden. |
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01.05.2006 Rundgang in der Baumwollspinnerei Kein Ende des Booms in Sicht. Die New Yorker Galerie Pierogi schlägt ein Domizil im alten Leipziger Industrieviertel auf, der Leipziger Kunstverein baut auf dem Gelände. Auch wenn viele Ausstellungen am letzten Aprilwochenende nicht überzeugten, ein Spinnereirundgang ist mehr, als die Summe der einzelnen Teile, er ist ein Gesamtkunstwerk. Die folgende Serie entstand in der Ausstellung Multipolaire - École Nationale des Beaux Arts de Lyon. |
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26.04.2006
Dichten heißt mit den Gedanken spielen
Ein Essay über das Verhältnis von Psychoanalyse und Literatur anlässlich des 150. Geburtstages von Sigmund Freud.
Goethe schmiss als Kleinkind mit größtem Vergnügen Geschirr aus dem Fenster. Das sei seine einzige Erinnerung an die früheste Zeit der Kindheit, heißt es in 'Dichtung und Wahrheit'. 1917 nimmt sich Sigmund Freud (1856 – 1939) dieser kleinen Episode in einem Essay an. "Der Eindruck der vollen Harmlosigkeit und Beziehungslosigkeit will sich für diese Kindheitserinnerung behaupten, und wir mögen die Mahnung mitnehmen, die Anforderungen der Psychoanalyse nicht zu überspannen oder am ungeeigneten Orte vorzubringen" schreibt Freud zunächst noch zurückhaltend, doch als der Zufall dem Analytiker einen Patienten zuführt, bei dem sich eine "ähnliche Kindheitserinnerung in durchsichtigerem Zusammenhange ergab", war sein Deutungswillen nicht mehr zu bremsen. mehr... |
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11.04.2006
Yippie!
Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen vergibt das 1. Stipendium
"Auswärtsspiel" an André Hille. Ausgezeichnet
www.kulturstiftung.sachsen.de,
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16.03.2006
Eros versus Tod
John Updikes Roman "Landleben" ist eine Erinnerungsorgie und erzählt zugleich eine uramerikanische Biografie. Das Ganze beginnt mit einem leisen Hauch von Ulysses. Ein Mann im Bademantel rasiert sich am Morgen, die Gedanken schweifen ab und erzählt wird schließlich, aus diesem Moment heraus, ein ganzes Leben. Owen, ein ehemals erfolgreicher Computeringenieur, blickt auf die 70 Jahre seines Lebens zurück – ein Leben, das sich um Computer, Kleinstädte, vor allem aber um die Frauen drehte. mehr... |
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26.02.2006
Eine Art Dringlichkeit
Das Leipziger Schriftstellerehepaar Martina Hefter und Jan Kuhlbrodt über das Studium am DLL, das Schreiben mit Kindern und Schulterklopfliteratur. mehr... |
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01.02.2006
Konetschnaja Stanzia: Leipzig (taz) Sprachen, Linie 1, etc.
"Endstation Sportforum, bitte alle aussteigen! Last Stop Sportforum. Please leave the train. Prochain arrêt Sportforum. Tous les passagers descendent de voiture" heißt es, wenn man um 22.55 Uhr in der Linie 1 der Leipziger Straßenbahn sitzt, als einziger Fahrgast, und der in drei Sprachen vorgetragenen Ansage lauscht, die sich ungefähr über die gesamte Strecke vom Waldplatz bis zum Sportforum zieht. Warum nicht noch Italienisch oder Spanisch, fragt sich da der späte Gast? Warum eigentlich nicht Russisch, Polnisch oder Tschechisch? mehr... |
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30.01.2006
Winter am Cospudener See
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27.01.2006 Das Gedicht ...
... 'Grenzland' gehört zu den "best german underground lyriks 2005" Eine Anthologie erscheint am 05.02.2006 im Acheron Verlag. |
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| © auf alle Texte und Bilder André Hille 2008 |